Kirchen/Denominationen
Im folgenden Themenbereich soll die Gemeinschaft von Menschen näher beleuchtet werden, die im Geist Jesu Christi miteinander verbunden sind. Ich möchte dabei besonders auf die große Zahl der Gruppen, Gemeinden und Kirchen verschiedener Konfessionen eingehen, die die Vielfältigkeit der christlichen Kirche in Deutschland (und der Welt) ausmachen.
Dabei kann und will ich keinen Wert auf Vollständigkeit legen, da erstens die Grenzen nicht genau zu bestimmen sind und zweitens die Unterteilung der Kirchen und auch der Konfessionen so kompliziert ist, dass der Sinn meiner Seite, einen Überblick zu verschaffen, weit überschritten wäre.
Die Kirchen sind alphabetisch, NICHT nach ihrer Bedeutung geordnet.
Begonnen hat die christliche Kirche im Kreis der Jünger Jesu. Jesus bezeichnete die Kirche als "Leib Christi", denn dort bekommt der Gläubige Gemeinschaft, den Gottesdienst zur religiösen Erbauung, Information, Lebenshilfe.
Die Mitgliedschaft in einer Kirche wird durch Taufe oder Eintritt begründet.
Anglikanisch
charismatisch/traditionell
von Charismen = Geistesgaben (siehe auch im Begriffslexikon), legen sehr viel wert auf diese Geistesgaben
Evangelikale
Freikirchen
Spielen eine große Rolle in den angelsächsischen Ländern, haben in Deutschland aber nur (aber immerhin) eine halbe Million Mitglieder. In den USA sind z.B. alle evangelischen Gemeinden so organisiert, wie bei uns die Freikirchen.
Die Anfänge dieser Kirche reichen ins Mittelalter (Waldenser) und die Reformation zurück, jedoch erst nach der Gewährung der Religionsfreiheit in den Landesverfassungen Deutschlands 1848 konnte sie sich hier richtig entwickeln.
Unter Berufung auf die Urkirche und die Bibel lehnten sie den damals noch sehr starken Einfluß des Staates auf die Kirche ab (einige Landesherren waren gleichzeitig auch Oberhaupt der Landeskirche). Sie gründeten selbständige Gemeinden, in denen die Laien das Sagen hatten. Wer darin Mitglied sein will, muß sich entschieden zum christlichen Glauben bekennen und aktiv sein. (Einige Freikirchen lehnen deshalb die Taufe von Kindern ab.) Das nötige Geld wird durch freiwillige Spenden aufgebracht (Abgabe des Zehnten an die Kirche).
In den wesentlichen Punkten des christlichen Glaubens gibt es zwischen Freikirchen und den evangelischen Landeskirchen kaum Unterschiede.
Die größeren Freikirchen in der Bundesrepublik sind, um nur einige zu nennen: Evangelisch-methodistische Kirche, Baptisten, Brüdergemeine, Altreformierte und Altlutherische Kirche.
Katholisch
Das Wort katholisch bedeutet "allgemein", "alle betreffend", "umfassend", "über die ganze Welt verbreitet".
Die katholische Kirche versteht sich als die einzige von Gott eingesetzte und vom Heiligen Geist geleitete Heilsgemeinschaft und damit als die einzige, wahre, vollgültige Gestalt des Christentums. In ihr hat sich entfaltet, was von Anfang an wie in einem Samenkorn angelegt war.
Im Jahr 1054 spalteten sich die orthodoxen Kirchen und später die anglikanischen und protestantischen Kirchen von ihr ab.
Die Hauptquelle der Lehre der katholischen Kirche ist die Bibel ABER unter Berücksichtigung der Tradition und nach der Auslegung durch das kirchliche Lehramt.
Hauptkennzeichen im Vergleich zu anderen Konfessionen:
- die Anerkennung des römischen Bischofs (= Papst) als oberste Autorität
- die besondere Stellung der (geweihten) Priester und der Mönche bzw. Nonnen
- die Verehrung Marias als der "Mutter der Kirche" und vieler Heiliger
- eine Vielzahl von Vorschriften und Verboten, die das Verhalten der Katholiken regeln sollen
Heute gibt es etwa 700 Millionen Katholiken auf der Erde, davon etwa 27 Millionen in der Bundesrepublik Deutschland.
Lutherisch
Aus der Reformation 1517 entstanden eine Vielzahl evangelischer bzw. protestantischer Kirchen. Etwa ein Drittel davon sind lutherisch, d.h., sie beziehen und begründen sich hauptsächlich auf die Lehren Martin Luthers (1483-1546) und die lutherischen Bekenntnisschriften.
Das Besondere an der lutherischen Kirche:
- Grundlage des Glaubens ist die Bibel. Deshalb wird im Gottesdienst großer Wert auf die Predigt gelegt.
- Reformiert wurde an der katholischen Tradition nur, was sich nicht aus der Bibel begründen ließ oder ihr widersprach. Deshalb gibt es in den lutherischen Kirchen nicht so viele Unterschiede zur katholischen Kirche wie in anderen Konfessionen.
- Gepredigt wird das Evangelium, d.h. die Zusage der Liebe und Vergebung Gottes ohne jede Vorbedingung und Eigenleistung des Menschen. Religiöse und moralische Vorschriften ("Gesetz") spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle.
Neuapostolisch
Sakramente: Taufe, Versiegelung und Abendmahl
Orthodoxe
(Für Erklärung zum Kreuz der Orthodoxen bitte hier klicken)
Pfingstevangelisch
Protestantisch (Evangelisch)
bezeichnet alle aus der Reformation hervorgegangenen evangelischen Kirchen und die damit verbundene Tradition. Die Bezeichnung geht auf einen Protest evangelischer Fürsten und Städte gegen einen für sie ungünstigen Beschluß des Reichstags von Speyer (1529) zurück.
Reformiert
Kirchen, die hauptsächlich unter dem Einfluß der Reformatoren Zwingli (1484-1531) und Calvin (1509-1564) entstanden sind.
Im Gegensatz zu den Lutherischen Kirchen haben sie keine Liturgie im Gottesdienst, im Mittelpunkt steht die Predigt als Auslegung von Gottes Wort. Charakteristisch ist die absolute Bild- und Schmucklosigkeit der Kirchen, in denen das Gebot: "Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgend etwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde..." [Ex 20,4] wörtlich genommen wird. Nach der Lehre Calvins kommen alle Christen aufgrund einer vorausschauenden Erwählung Gottes zum Glauben; als Zeichen dafür wurde ein erfolgreiches christliches Leben angesehen (dieser Prädestination widerspricht (Prädestination. Die Bestimmung anderer zum Unglauben läßt sich schwer mit der im Neuen Testament bezeugten Liebe Gottes vereinbaren). In reformierten Kirchen wird alles demokratisch entschieden; dort haben die Pfarrer eine weniger starke Stellung als in der lutherischen Kirche.
Eine Zusammenfassung reformierter Glaubenslehren stellt der 1563 entstandene Heidelberger Katechismus dar.
Etwa zwei Fünftel aller evangelischen Christen sind reformiert. Reformierte Kirchen gibt es inbesondere in der Schweiz, in den Niederlanden, in Schottland, in Westeuropa und in den USA. In manchen deutschen Landeskirchen sind reformierte Christen bzw. Gemeinden organisatorisch mit lutherischen verbunden, in ihrer konfessionellen Ausrichtung aber selbständig (unierte Kirchen). Reformierte Kirchen sind stehen der Verständigung mit anderen Kirchen sehr offen gegenüber.
Uniert
König Friedrich Wilhelm III. vereinigte 1817 anläßlich des 300. Jahrestages der Reformation in Preußen Gemeinden mit lutherischem, reformiertem und gemischtem Bekenntnis organisatorisch. Diese Vereinigung hat in einigen Teilen Deutschlands und anderen Ländern bis heute überlebt und kann ein Beispiel dafür sein, wie Christen trotz bestehender Glaubensunterschiede kirchlich miteinander verbunden sind.
Vineyard
Die Vineyard Bewegung beruft sich auf die traditionellen kirchlichen Glaubensbekenntnisse und pflegt den Glauben und das Gemeindeleben mit reformatorischer und evangelikaler Ausrichtung. Sie versteht sich grundsätzlich als Laienbewegung. In unserem Kirchenverständnis wie auch in der Pflege unserer Beziehungen zu Kirchen und Gemeinschaften sind sie ökumenisch.
Thematische Schwerpunkte:
- leidenschaftliche Anbetung Gottes als Lebensstil
- die Anwendung des Wortes Gottes im Alltag, ,
- das Vermitteln des Evangeliums an Christus fernstehende Menschen
- echte und transparente Gemeinschaft und
- die Förderung von Christen in ihrer Berufung im Reich Gottes
Theologisch ist in den Vineyards das Verständnis vom Königreich Gottes nach Prof. Cullmann und George Eldon Ladd wichtig: Durch das Kommen von Jesus Christus ist das Königreich Gottes zwar bereits angebrochen, aber bis zu seinem Wiederkommen noch nicht vollständig erfüllt. Wir leben also als Christen in diesem Spannungsfeld des “Schon jetzt und noch nicht”. Die Erwartung und Erfahrung von Gottes konkretem Eingreifen in Lebenssituationen ist somit Ausdruck des “Schon jetzt”. Das Aushalten und barmherzige Mittragen von menschlichem Leid ist Ausdruck des “Noch nicht”.
Organisation: Die Vineyard Bewegung versteht sich als Familie. Familie im Sinne von gesunden, ehrlichen, transparenten Beziehungen. Entsprechend sind auch unsere organisatorischen Strukturen beziehungsorientiert. Die einzelnen Vineyards sind eigenständig. Der Leiter oder die Leiterin einer Vineyard werden von Regionen Koordinatoren begleitet.
Im Blick auf den Auftrag zur Ausbreitung des Reiches Gottes arbeitet die Vineyard lokal und international mit allen christlichen Bekenntnissen zusammen. Die meisten Beziehungen bestehen zu Kirchen aus dem Umfeld der weltweiten Evangelischen Allianz und zu Bewegungen, welche der Charismatischen Erneuerung nahe stehen.