Biblische und christliche Begriffe i-z

Irenäus

Irenäus von Lyon (ca. 135 - 202), ein Kirchenvater, wird als Heiliger verehrt und gilt als erster systematischer Theologe, seine Schriften waren in der frühen Entwicklung der christlichen Theologie wegweisend. Er gilt als Begründer der christlichen Dogmatik und bezieht sich in seiner Theologie auf Justin.
Vermutlich als Grieche in Smyrna/Kleinasien geboren, war später Bischof in Lugdunum in Gallien (heute Lyon/Frankreich), obwohl nicht bekannt ist, ob er dieses Amt wirklich ausübte. Wahrscheinlich Anfang des 3.Jh. als Märtyrer gestorben.

JHWH

spezielle Gottesbezeichnung im AT; übersetzt sinngemäß: "Gott der Juden", vergleiche auch: "Elohim"

Johanniter

Ritter-Kampforden in den Kreuzzügen ab 1096

Juda

Sohn Jakobs mit Lea und Stammvater des gleichnamigen isrealischen Stammes, später Bezeichnung des Stammesgebietes und des Königreiches Juda

Judäa

griech. Form von Juda von den Makkabäern (104 v.C.) für das gesamte Gebiet unter jüdischem Einfluss

Jünger

bedeutet im allgemeinen: einer, der von einem Lehrer Unterricht erhält.
Im engeren Sinn werden damit Menschen bezeichnet, die nach von einer Lehre abhängen und mit ihr leben. Deshalb hatten auch Propheten und z.B. Johannes der Täufer Jünger [Mt 9,14]. Im ausschließlichen Sinn werden die Anhänger Jesu, die ihm zum Teil ununterbrochen folgte (inklusive der Apostel) als Jünger bezeichnet. In der Apostelgeschichte wird die Bezeichnung auf alle übertragen, die Jesus nachfolgen [Apg 6,1 9,19].

Justin

oder Justinus "der Märtyrer", geb. 133, gest. 163-167?, beschrieb um das Jahr 150 erstmals die Ordnung eines frühchristlichen Gottesdienstes.
Er stammte aus einer heidnisch-römischen oder zumindest romfreundlichen Familie, studierte in seiner Jugend Philosophie, insbesondere die Schriften Platons und der stoischen Philosophen. Er testete verschiedene philosophische Schulen, Lehrer und Strömungen, und wurde schliesslich von einem "alten Mann bei einem Spaziergang am Strand" auf die Christusbotschaft aufmerksam gemacht. Er liess sich taufen, wurde Prediger und Missionar und einer der ersten grossen Theologen.
Insbesondere verfasste er Bücher, die in der Argumentation gegen Zweifler und Gegner des Christentums die Richtigkeit der christlichen Lehre darlegen, so genannte Apologien. Seine "erste" und "zweite Apologie" zur Verteidigung der Christen werden ihm zweifelsfrei zugeschrieben . Um 150 verfasste er diese Schrift an den römischen Kaiser, um die Christen gegen die Vorwürfe des Atheismus und der Volksverhetzung zu verteidigen. Darin beschrieb er dem Kaiser auch den Ablauf eines frühchristlichen Gottesdienstes, etwas das bis dahin streng geheim war.
Justin stand für diese Texte mit seinem Leben ein. Aufgrund seines Bekenntnisses zum Christentum wurde er als Märtyrer hingerichtet.
Die katholische Kirche verehrt Justin als Heiligen und Patron der Philosophen.

Kanon

(griech.) Stab, Maßstab - übertragen Regel, Richtschnur, ab dem 4.Jh. Bezeichnung für die "Liste der biblischen Bücher" - geprüft, kanonisch anerkannt; Kanon des NT wurde auf den Konzilen von Hippo 393 und Karthago 397 in ihrer Autorität anerkannt. Einen Überblick über die verschiedenen Kanones findet ihr hier

Kartäuser

Klosterorden, durch Reform aus den Benediktinern entstanden

kephas

griechische Form das aramäischen kefa, was "Fels" bedeutet - Beiname des Apostels Simon --> Petrus

Kerubim

siehe Cherubim

Kirche

(griech.) "das zum Herrn Gehörige" (Haus) oder die vom Ausrufer eingeladene Versammlung (die "Herausgerufenen"), siehe auch Themenbereich "Kirchen"

Kirchenväter

Vom letzten Viertel des zweiten Jahrhunderts an traten die ersten bedeutenden Kirchenväter auf: Irenäus von Lyon, in Gallien, Tertullian in Afrika. In Alexandria entstand unter Pantaenus und Clemens von Alexandria die erste christliche theologische Schule, die durch Origenes für ihre allegorische Bibelauslegung berühmt wurde.

Kodex

Holztäfelchen, die mit Wachs überzogen und miteinander verbunden wurden, Form der Niederschriften des NT, Urvater des Buches

Kohelet

(hebr.) Prediger, verwandt mit kahal für sich versammeln, das Wort führen - Kohelet wird dabei für Beruf, Amt gebraucht
In der Bibel Bezeichnung für das Buch des Predigers.

Konfession

Bekenntnis. Woran ein Christ glaubt und wofür er auch anderen gegenüber einsteht, ist sein Bekenntnis. Siehe auch Themenbereich "Kirchen"

Kreuz, orthodox

Für Originalgröße bitte klicken Der oberste Balken ist das Schild, auf dem Pilatus den Grund für die Hinrichtung geschrieben hatte: "Jesus aus Nazareth, König der Juden" (abgekürzt im griechischen durch 'INBI' oder im lateinischen der westlichen Tradition 'INRI'). Dieses Beschriftung wurde ersetzt durch die christliche Beschreibung: "König der Herrlichkeit" - unter den Knien der Engel. Auf dem Schild über dem Kopf findet man jetzt die Initialen 'IC XC', welches die ersten und die letzten Buchstaben des Namen Jesus in griechisch sind. Weiterhin sehen wir direkt über den Armen des Christus die Inschrift: 'NIKA', die im Griechischen "Er erobert" oder "Er ist siegreich" bedeutet. Oftmals sieht man auch die beiden Inschriften zusammen: 'IC XC NIKA', die dann bedeuten: "Jesus Christus ist siegreich" (über Tod und Sünde).

Der mittlere Balken ist der, an den die Hände von Jesus genagelt wurden. In den beiden oberen Ecken werden die Sonne (links) und der Mond (rechts), als Versinnbildlichung von Joel 2,31 dargestellt: "Die Sonne verbarg ihr Licht und der Mond verfärbte sich blutrot." Zu beiden Seiten des Kopfes befinden sich die Bezeichnungen "Gottes Sohn" und unter den Armen "Vor Deinem Kreuz verneigen wir uns, o Herr und deine Wiederauferstehung verherrlichen wir". Jesu Heiligenschein ist beschriftet mit drei griechischen Buchstaben, die "Das Sein" oder "Der, der ist", um daran zu erinnern, dass Jesus derselbe ist wie der Gott des Moses im Alten Testament. Der geneigte untere Balken ist die Fußstütze. Es gibt Zweifel, ob diese sich wirklich am Kreuz Jesu befand, aber es anerkannt, dass sie ein notwendiges Teil am Kreuz und daher wert der Verehrung. Prophetisch wies schon Psalm 99,5 auf sie hin: "Fallt nieder vor dem Schemel seiner Füße!"

Gleichzeitig hat der schiefe untere Balken symbolische Bedeutung: Der Waagebalken der Waage des Jüngsten Gerichts die den reuigen Räuber ins Himmelreich hebt, während sich der Waagebalken senkt, für den nicht gläubigen -und nicht reuigen- andere Räuber, obwohl dieser auf das gleiche Leben zurückblicken müsste.

Am Kreuz befindet sich Jesus Christus. Er trägt keine Dornenkrone und seine Füße wurden mit 2 Nägeln ans Kreuz genagelt. Hinter dem Körper sehen wir die Lanze, die ihn verletzte und ein Stock mit dem Schwamm, der ihm mit Essig zum Trinken angeboten wurde. Sein Körper ist blutig und aus seiner Seite fließt Wasser. Unter den Füßen stehen vier slawische Buchstaben, die "Der Schädelhügel wurde zum Paradies" bedeuten. Versteckt in einer Höhle unter der Erde ist der Schädel von Adam, der uns daran erinnert, dass er als unser Vorvater das Paradies dadurch verlor, dass er von dem Baum der Weisheit nahm. Jesus ist der neue Adam, der uns Erlösung und das Paradies zurückbringt durch den Baum, aus dem Kreuz gebaut wurde. Im Hintergrund ist die Stadt Jerusalem dargestellt, da Jesus außerhalb der Stadtmauern gekreuzigt wurde.

Kreuz, umgekehrt

siehe Petruskreuz

Lamm

wichtigstes Opfertier, galt in der Bildersprache als geistig wenig begabtes, gutmütiges wehrloses und hilfloses Tier --> Lamm Gottes: Sinnbild der Sündenlosigkeit und Unschuld: Jesus, wurde wie ein Lamm zur Schlachtung geführt

Löwe

Bildliche Darstellung des Evangelisten Markus bei Ireneus und Dr. Konstantin Rösch (kath. Theologe und Bibelübersetzer) nach dem Bild in Offenbarung 4,6-8. Basiert auf der Art des Evangelisten, Jesu zu charakterisieren: Markus stellt Jesus als Herr unter den Tieren, als Löwe dar.(vergl.: Stier, Adler, Mann)

LXX

Abkürzung für Septaguinta (lateinische Zahlenzeichen bedeuten auch 70)

Majuskel

Schriftart aus großen griechischen Buchstaben, die ohne Wortrennung hintereinander geschrieben wurden im 3.& 4.Jh. nach Christus

Mann

Bildliche Darstellung des Evangelisten Matthäus bei Ireneus und Dr. Konstantin Rösch (kath. Theologe und Bibelübersetzer) nach dem Bild in Offenbarung 4,6-8. Basiert auf der Art des Evangelisten, Jesu zu charakterisieren: Matthäus stellt Jesus vorwiegend als Menschensohn dar, und legt darauf sehr viel wert.(vergl.: Stier, Adler, Löwe)

Maranatha

(aram.)nur in 1Kor 16,22 gefunden, kann maran atha (unser Herr ist gekommen, ist anwesend) - eher bei alten Kirchenschriftstellern - oder marana tha (unser Herr, komme!) - eher eine moderne Auslegung - verstanden werden. Die Benutzung durch Paulus in einem Brief an griechische Christen lässt vermuten, dass es eine in der aramäischen Urgemeinde entstandene und bei allen Chistengemeinde übliche Formel war. In Zusammenhang mit Offb 22,20 wird oft der Sinn eines Stoßgebetes zur Erflehung der Wiederkunft Christ vermutet.

Masora

Bemerkungen und Berichtigungen am Rand und am Schluss der Schriftrollen (im Text wurde nichts verändert, er wurde originalgetreu kopiert)

Menetekel

Wandinschrift, die Daniel dem Herrscher Belschazzar entziffert in Dan 5.
"Mene mene tekel u-parsin." bedeutet:"Gezählt, gezählt (hat Gott die Tage deiner Herrschaft - und ihr ein Ende gemacht), gewogen (hat er dich - und dich zu leicht gefunden), geteilt hat er dein Reich und es den Medern und Persern gegeben."
Noch in derselben Nacht wurde Belschazzar, der König der Babylonier, umgebracht... [Dan 5,30]

Mischna

bezeichnet die mündlich überlieferten Lehrsätze des Judentums. Das mosaische Gesetz bedurfte im Laufe der Zeit eine fortwährende Erläuterung und Präzisierung. Diese Äußerungen wurden in den rabbinischen Schulen weitergegeben, bedurften aber durch die steigende Menge im 2.Jh. der Sichtung, Ordnung und Niederschrift. Der Talmud entstand, wovon die Mischna den ersten Teil ausmacht.

Nasiräer (oder Naziräer)

(hebr.) Geweihter = Menschen im AT, die sich als für Gott ausgesondert verstehen und dies durch eine Lebensweise kundtun (für eine begrenzte Zeit oder das ganze Leben). Z.B. enthielten sie sich verschiedener Nahrungsmittel und Alkohol und liessen sich ihr Haupthaar nicht schneiden (als Zeichen ihrer Weihe). Ein Vertreter war Simson in Ri 13,5.

Nazoräer (oder Nazarener)

Jesus wird in den Evangelien oft Nazarener und Paulus wird in Apg 24,5 als Hauptführer der Nazarenersekte bezeichnet. Der Name bezieht sich auf Nazareth. Mit Aufkommen der Bezeichnung "Christ" verschwand der andere Name.

Origenes

auch als Origines oder Horigenes bezeichnet, umstrittener Kirchenvater, christlicher Gelehrter und Theologe, geb. 185, gest. 254.
Dem Namen nach ägyptischer Herkunft, lebte die meiste Zeit seines Lebens in Alexandria elementare Grammatik und kümmerte sich um die Gefangenen der Christenverfolgung, lebte in strenger Askese, entmannte sich nach Mat.19,12 selbst

Paradies

(persisch) Garten

Parusie

Wiederkunft (des Herrn)

Pentagramm

Pentagramm Nach einer volkstümlichen Legende, die sowohl von Josephus Flavius als auch im Talmud erwähnt wird, konnte Salomo mit einem magischen Ring die Dämonenwelt beherrschen. Im sogenannten "Testament Salomos" finden sich genaue Beschreibungen des Rings, und in einigen wird er als pentalpha, als Stern beschrieben, der aus fünf ineinandergreifenden "A" besteht.
Durch die Erwähnung des "Siegel des Salomo" bei arabischen Schriftstellern erfuhren auch die Juden von ihm und erwähnten später dieses magische Zeichen unter seinem anderen Namen als "Schild Salomos". Diese Bezeichnung geht höchstwahrscheinlich auf den Qumran zurück, der David als Waffenschmied darstellt.
Die meisten Hinweise auf den Schild Salomos und seinen Gebrauch in okkulten Handlungen finden sich jedoch in nichtjüdischen Quellen.

Pentateuch

die 5 Bücher Mose, in hebräischer Sprache geschrieben,

Petruskreuz (umgekehrtes Kreuz)

Nach einer lokalen Überlieferung zufolge bestand Petrus bei seinem Martyrium unter Nero um 64 n.Chr. darauf, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt zu werden, weil er nicht würdig sei, wie Jesus zu sterben.

Pharisäer

Partei im Judentum, Schriftgelehrte und daher religiöse Elite, die als Basis für ihren Glauben (anders als die Sadduzäer) die Thora, die Überlieferungen der Väter (Mischna, Talmud) und die Weiterbildung, Auslegung der Gesetze anerkannte und deshalb strengste Handhabung derselben forderte.
Der Name kommt höchstwahrscheinlich von ihren Gegnern, die sie wegen ihrer strengen Gesetzesbeobachtung und Andersartigkeit "die Abgesonderten" nannten.
Da ihre Ziele rein religiös waren, vertraten sie politisch im Gegensatz zu den extremen Zeloten einen gemäßigten Standpunkt. Ihre Lehre war zur Zeit Jesu in Palästina für das Judentum maßgebend, deshalb erfolgen viele Auseinandersetzungen Jesu mit den Pharisäern und nicht mit den z.B. Sadduzäern. Dabei urteilte Jesu nicht über ihre Lehre sondern über ihre Mentalität.
Ihnen ist die Erhaltung des Judentums nach der Zerstörung Jerusalems zu verdanken.

Pietismus

(lat.) pietas = Frömmigkeit, Reformbewegung im Bereich der evangelischen Kirchen um 1660, die besonderen Wert auf die persönliche Frömmigkeit (tägliches Bibelstudium, Gebet, Singen, Andachten, sowie Verzicht auf Luxus und weltliches Vergnügen), im 19.Jh. entstanden aus dem Pietismus Erweckungsbewegungen, die bis in die Gegenwart anhalten

Presbyter

Älteste, hatten im AT das Recht im Krieg zu führen und im Frieden Recht zu sprechen, sozusagen der Adel, im AT werden so die Vorsteher der örtlichen Gemeinden bezeichnet, die immer in einer Gruppe erwähnt werden z.B. Apg 11,30; 14,23; 21,18

Prophet

(griech.) Orakeldeuter und -verkünder

Q

Logiaquelle, legendär, wurde nie gefunden

Qumran

"Rollen von Qumran" wurden 1947 von einem Hirten in der Wüste gefunden, später kamen noch andere dazu; sind viele verschiedene, einzelne Schriften und Fragmente; Q. war Basis für die "Qumran-Leute", eine jüdische Gruppe oder Sekte, die sich von den Juden absonderte; Q. enthält biblische und nichtbiblische Schriften

Reformation

bedeutet Neugestaltung oder Wiederherstellung eines ursprünglichen Zustandes.In der Kirchengeschichte ist damit die Glaubensbewegung gemeint, die zur Entstehung der evangelischen Kirchen führte (Protestantismus).
Schon lange vor dem 16. Jahrhundert hatten sich Mönchsorden, große Kirchenversammlungen (Konzilien) und Reformatoren wie der Engländer Wiclif und der Tscheche Hus sich gegen die Verweltlichung der Kirche gewandt und mehr Beachtung der Bibel gefordert. Aber erst 1517 gelang es Luther durch den Anschlag seiner Thesen, die Ablasshandel anprangerten, einen weitreichenden Umbruch zu bewirken. Viele Faktoren begünstigten diesen Umbruch: zuallererst war zu dieser Zeit die allgemeine Unzufriedenheit mit der damaligen Kirche sehr groß. Desweiteren erlaubte der entstandene Buchdruck eine Verbreitung von Luthers Schriften und schließlich unterstützten einige deutsche Landesfürsten Luthers Sache gegen Papst und Kaiser.
Luther betonte in seinen Schriften besonders die Rechtfertigung allein durch den Glauben an Jesus Christus und sprach damit der (katholischen) Kirche und ihren Priestern das Recht der Zuteilung der Gnade ab. Er charakterisierte die Kirche wieder als eine Gemeinschaft der Heiligen und nicht als eine vom Papst regierte heilige Institution. Er rief zur Befolgung nur der biblischen Schriften auf und negierte damit alle von der Kirche erlassenen Vorschriften. Seine größte Leistung beruht wohl jedoch auf der Übersetzung der Bibel ins Deutsche.
Seine Grundgedanken verbreiteten sich rasch - trotz Kirchenbann - und fanden bald mehr Verfechter, wie Zwingli in der Schweiz und Calvin in Genf.
Nach kriegerischen Auseinandersetzungen kam es 1555 zum Augsburger Religionsfrieden zwischen Katholiken und Reformisten, jedoch wurden weitere Kriege deswegen geführt (z.B. Dreißigjähriger Krieg 1618-1648).
Auch unter den aus der Reformation entstandenen evangelischen Kirchen gab es bald Streit, z.B. wegen des Abendmahls, das nach Zwingli zum Gedenken an Jesus gefeiert wurde, für Luther aber die reale Gegenwart Christi zum Inhalt hat.
Zu den Unterschieden der verschieden Kirchen siehe auch Themengebiet Kirchen.

Sadduzäer

(Politische/religiöse) Partei im Judentum, benannten sich wohl nach Sadok, dem Führer der jerusalemischen Priesterschaft bei Salomo [1Kön 2,35].
Apokalyptische Ideen oder Spekulationen, Engelglaube, sowie die Auferstehung der Toten streiten sie ab [Apg 23,8], da sie eng am Text der Thora festhielten und Auslegungen und Weiterbildungen der Gesetze nicht akzeptierten. Man kann sie daher als ultrakonservativ oder auch orthodox bezeichnen.
Sie stellten die traditionelle Elite des Volkes dar, weil aus ihren Familien die Hohepriester des Tempels in Jerusalem stammt und weil sie der lokale Adel in Jerusalem waren (priesterliche Aristokratie). Sie kooperieren mit den Römern und waren deshalb im Volk verhasst. Sie hatten eine hohe Macht zu Zeiten Jesu, auch wenn sie viel weniger als die Pharisäer in der Bibel erwähnt werden und hatten großen Einfluss im jüdischen Rat. Auch setzt ein Sadduzäer (Kaiphas) das Todesurteil an Jesus durch [Joh 11,47ff].
Sie verschwanden nach Zerstörung des Jerusalemer Tempels und dem Untergang des jüdischen Staatswesens ca. 70 nach Christus.

Sakrament

(lat.) sacramentum ist in der Vulgata die Übersetzung des griechischen Wortes für "Mysterien" [z.B. Dn 2,19.30.47; Eph 1,9 3,3; Offb 1,20]. In der heutigen kirchlichen Bedeutung kommt das Wort in der Bibel nicht vor.
7 Sakramente werden in den Kirchen anerkannt: Taufe, Firmung, Abendmahl, Beichte, Ehe, Salbung und Priesterweihe. Man vermutet, dass z.B. Firmung und Priesterweihe in neutestamentlicher Zeit nicht wie heute praktiziert werden, deswegen erkennen manche Christen nur die Sakramente der Taufe und des Abendmahls an, weil nur sie unmittelbar auf Jesus zurückgehen. Die Streitfrage über die Sakramente besteht seit der Reformation und wird deshalb in verschiedenen Kirchen (siehe auch Themenbereich Kirchen) unterschiedlich gehandhabt.

Sarazenen

Mohammedaner, Moslems

Satan

(hebr.) Widersacher, auch allgemein, wird deswegen in der Bibel nicht immer unter dem für uns erwarteten Kontext verwendet: der Engel Jahwes wird so gennant, als er sich Bileam und seinem Esel in den Weg stellt [Num 22] und auch Petrus, als er in Mt 16,23 Jesus anfährt.
Siehe auch Engel des Bösen

Scheol

"Grube" oder auch die Bezeichnung für das Totenreich, die Unterwelt

Septuaguinta

griech. Übersetzung des AT (Abkürzung: "LXX"), entstand 3 v.C. und erhielt den Namen, weil siebzig Schriftgelehrte damals das AT übersetzten und dann ihre Texte verglichen.

Seraph

(El) Shaddai

(hebr.) Gottesname, wird häufig in Hiob, seltenter in anderen Schriften des AT benutzt: nach Ex 6,3 gab sich Gott den Erzvätern unter diesem Namen zu erkennen. Bedeutung unsicher, vermutet wird "Gewaltiger, Allmächtiger".

Sicarii (Sikarier)

Fanatische Judensekte, die sich nach einem "sicae", einem kleinen Dolch benannten. Sie wollen mit dieser Waffe in der Hand für die Befreiung ihres Volkes kämpfen, schrecken deshalb vor Mord und Gewalt nicht zurück. Neben den Römern wurden dabei auch persönliche jüdische Feinde mit getötet.
Sie tauchen in der Bibel in Apg 21,38 auf (der Aufständigen 4000 Männer werden unter Felix hingerichtet) und auch 23,12ff wird ihnen zugerechnet (Mordkomplott gegen Paulus).

Stier

Bildliche Darstellung des Evangelisten Lukas bei Ireneus und Dr. Konstantin Rösch (kath. Theologe und Bibelübersetzer) nach dem Bild in Offenbarung 4,6-8. Basiert auf der Art des Evangelisten, Jesu zu charakterisieren: Lukas stellt Jesus als Träger großer Belastungen, wie der Stier, dar.(vergl.: Löwe, Adler, Mann)

Stift

  1. ursprünglich: mit Grundbesitz ausgestattetes Priesterkollegium einer Bischofs-, Kloster- oder anderen Kirche
  2. kirchliche, wohltätigen Zwecken dienende, auf eine Stiftung zurückgehende Anstalt, z.B. Krankenhaus oder Altersheim
  3. später: Bezeichnung für Bistum (Hochstift) oder Erzbistum (Erzstift)

Synoptiker

Fachausdruck für die ersten drei Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas, deren Berichte weitgehend ähnlich in Aufbau und Wortlaut sind.

Talmud

Die Mischna wurde durch die Amoräer (von "amar" - sprechen, auslegen) diskutiert - somit entstand die Gemara. Talmud bezeichnet gewöhnlich die Mischna mitsamt der Gemara.

Templer

Ritter-Kampforden in den Kreuzzügen ab 1096

Teufel

"(griech.) "Lästerer", wurde im ->LXX als Wiedergabe des hebräischen Satan gebraucht; kommt nur in der Einzahl vor, muss deswegen unterschieden werden von Dämon und bösen Geistern, die in Mehrzahl vorkommen. Siehe auch Satan und Engel des Bösen

Thora

(hebr.) wahrscheinlich für Belehrung, Unterricht, Anweisung. Bezeichnet die Anweisungen Jahwes durch Priester und Propheten, vor allem aber durch Mose (Pentateuch). Wird in der Bibel als Bezeichnung für das Pentateuch gebraucht, im NT sogar als Bezeichnung für das ganze AT

Vulgata

(lat.) die Allgemeine; Übersetzung der ganzen Bibel, AT und NT, in die lateinische Sprache. Anfänge der Übersetzung wurden um 383 durch Hieronymus gemacht, ab dem 7./8.Jahrhundert setzte sie sich vollständig gegenüber anderen Übersetzungsversuchen durch. Das Dekret des Tridentinischen Konzils vom 8. April 1546 erklärte diese Übersetzung zur allgemein gültigen Übersetzung der römisch-katholischen Kirche.

Zeloten

Fanatische Partei im Judentum, die sich aktiv im jüdischen Aufstand 67-70 betätigte.
Simon, einer der Jünger Jesu (nicht Petrus) wurde als Zelot betrachtet, bevor er zu Jesus kam.
Neueste Vermutungen gehen dahin, dass die Sekte von Qumran zu den Zeloten zu rechnen ist.

Zion

aus dem hebräischen Sprachgebrauch, wo Städte und Länder als Frauengestalten personifiziert wurden, ursprünglicher Name der von David eroberten Jebusiterfestung (später "Davidsstadt" genannt), der Name ging auf den Tempelberg und ganz Jerusalem (und seine Einwohner) über

Zisterzienser

Klosterorden, durch Reform aus den Benediktinern entstanden