Biblische und christliche Begriffe a-h
Beim Beschäftigen mit der Bibel, in Liedern und im Bibelstudium sind mir viele Begriffe aufgefallen, die mir unbekannt waren. Mit Hilfe von verschiedenen Lexika und Informationsquellen habe ich versucht, eine unabhängige Definition für mich und alle anderen zu erhalten.
Dabei habe ich versucht, verständliche, nicht zu theologische Erklärungen zu erreichen, die jeder versteht.
Abba
(aram. von 'ab), Vater, wurde im Judentum zur Verehrung des vertrauten Lehrers verwendet.
Jesus bezeichnet so seine Vater - Gott, Ausdruck einer sehr intimen Beziehung.
Abt
(aram.) Vorsteher eines Mönchsklosters oder Stifts, einer Abtei
Adler
Bildliche Darstellung des Evangelisten Johannes bei Ireneus und Dr. Konstantin Rösch (kath. Theologe und Bibelübersetzer) nach dem Bild in Offenbarung 4,6-8. Basiert auf der Art des Evangelisten, Jesu zu charakterisieren: Johannes stellt Jesus als hocherhoben dar, als Adler, der in den höchsten Lüften fliegt.(vergl.: Stier, Löwe, Mann)
Adonai
(hebr.) Herr, wird für Personen und Götter gebraucht
Agape
(griech.) Liebe, die reine Liebe, die nicht nach dem eigenen Vorteil trachtet (selbstlos), Gottes Liebe - Gott selbst
(in der nachapostolischen Zeit Terminus Technicus für das brüderliche Liebesmahl mit liturgischem Charakter)
Amen
(hebr.) "so sei es" oder "wahrlich", wurde unverändert ins griechische und lateinische übernommen.
Normalerweise am Ende des Gebetes gebraucht, benutzte es Jesus auch am Anfang - damit verbürgt er sich für die Wahrheit seiner Worte. Jesus wird in Offb. 3,14 auch selber "das Amen" genannt.
anastasis
(griech.) Auferstehung
Apokalypse
(griech.) "Enthüllung", Bezeichung für Texte über ferne Zukunft, Bezeichnung wird in der Bibel für die Offenbarung des Johannes gebraucht
Apokryphen
(griech.) Begriff bedeutet soviel wie "die Verborgenen" und wurde von Hieronymus geprägt. Zur damaligen Zeit bezeichnete man so die Geheimschriften von Sektierern.
- Apokryphen des AT:
Zusätzliche Schriften, größtenteils in griechischer Sprache verfasst, wurden nie in den hebräischen Kanon aufgenommen (deshalb werden sie auch von den Juden abgelehnt), von den Kirchenvätern verworfen, dann aber vom Konzil von Trient 1546 kanonisch anerkannt.
Luther: "Das sind Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleichgehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind."
Die katholische Kirche leitete aus ihnen ihre Sakramentslehre und andere Lehren ab: Erlösung ist ohne Jesus und göttliche Vergebung möglich (Weisheit 10,2); der Zweck heiligt die Mittel (Judit 12,10 - 13,10); abergläubische Praktiken sind erlaubt (Tobias 6,7-8); durch gute Werke wird man errettet (Tobias 12,9); Geld aus Sühnopfer auch für Tote (2.Makk 12,43+45); Gebet für die Verstorbenen ist gut und heilsam (2.Makk 12,44).
- Apokryphen des NT:
Diese Schriften wurden nie in den Kanon der Bibel aufgenommen, weil sie den apostolischen Büchern teilweise widersprechen oder andere Schwerpunkte vertreten. Wir unterscheiden bei ihnen:
- apokryphe Evangelien
- Apostelgeschichten und
- Apokalypsen
in hoher Zahl. Die bekannteren Schriften sind z.B. Evangelium des Jakobus, des Petrus, des Philippus und des Thomas; Evangelium über die Kindheit Jesu, über Maria und Joseph; Apostelgeschichte des Philippus, des Andreas, des Thomas; außerdem Apokalypsen des Petrus, des Paulus und des Thomas.
Apologetik
Verteidigung, Rechtfertigung, besonders des christlichen Glaubens
Apostel
bedeutet "Gesandter" oder "Bote". In der LXX bedeutet Apostel "Gesandter Gottes".
Der Inhalt des Wortes ist vor allem durch Paulus in seinen Briefen bestimmt. Der Apostel ist durch Gott berufen [z.B. Röm 1,1], von Christi gesandt das Evangelium zu verkündigen [2Kor 5,20] und er ist Zeuge des Lebens und der Auferstehung Jesu [z.B. Apg 1,22] - um nur einige seiner Eigenschaften zu nennen.
Die Liste der Apostel wird viermal genannt: Mt 10,2; Mk 3,16ff; Lk 6,14; Apg 1,13. Bei Paulus hat die Bezeichnung einen weiteren Sinn, da er Jesus nicht lebendig gekannt hat. Neben den Zwölf werden noch Jakobus, der Herrenbruder [Gal 1,19; 1Kor 15,7], die übrigen Herrenbrüder [1Kor 9,5], Barnabas [1Kor 9,6] und evtl noch Andronikus und Junias [Röm 16,7] als Apostel benannt.
Aramäer
Einwohner von Aram
Armageddon (Harmagedon)
(hebr.) Name des Ortes in Offb 16,16, an dem die drei Geister die Könige versammeln. Die Bedeutung des Namens und damit die Lage ist umstritten. Weitverbreitet ist die Meinung, dass der Name "Berg von Megiddo" bedeutet und somit an den südlichen Ausläufern des Karmelgebirges liegt. Dort lag auch das klassische Schlachtfeld Kanaans.
Askese
Entsagung von Besitz, Genuss, normalem Leben in dieser Welt.
Es gibt sie in verschiedene Formen (evtl. Ehe, Fleisch, Wein) und sind auf eine dualistische Weltanschauung zurückzuführen. Dort gelten die oben erwähnten Dinge eventuell als "von den bösen Mächten" und werden gemieden. --> siehe auch "Dualismus"
Barnabasevangelium
angebliche Schrift des Apostels aus der Urkirche; weist große Unstimmigkeiten, Fehler und islamische Ideologien auf; konnte nur bis ins 14.Jh. zurückdatiert werden; wurde die Basis zu Kontroversen zwischen Christen und Muslimen und wird deshalb von den Christen als nicht glaubwürdig eingestuft (vergl.:www.islaminstitut.de)
Benediktiner
Ursprungsorden aller Klosterorden, gegründet 529 von Benedikt von Nursia in Monte Cassino
Charismen
Geistesgaben, siehe auch dort für eine Aufzählung von Charismen
Cherubim
Je nach Auftauchen in der Bibel haben sie unterschiedliche Formen und Aufgaben. Übergreifend kann man jedoch sagen, dass es geflügelte Wesen und beschützen oder tragen - halten sich demnach in der unmittelbaren Nähe Gottes auf.
- in Gen 3,24 bewachen sie den Weg zum Lebensbaum
- sie sind zu beiden Seiten der Bundeslade dargestellt, bewachen diese [Ex 25,18]
- sie deuten die Anwesenheit Jahwes an, deswegen der Ausdruck "der über den Cheruben thront" [z.B. 1Sam 4,4]
- die Figuren stehen im Tempel Salomos, zehn Ellen hoch, aus mit Gold überzogenem Olivenholz [1Kg 6,23ff]; sind in den Vorhang des Heiligen Zeltes [Ex 26,1ff] und des Tempels [2Chr 3,14] eingewoben und zieren die hölzernen Wände und Türen des Tempels Salomos - dort haben sie zwei Gesichter: ein Menschen- und ein Löwengesicht
- sind die Träger Gottes in den Gotteserscheinungen von 2Sm 22,11 Ps 18,11
- tauchen auch in den Visionen Ezechiels auf [Ez 1,4ff 9,3 10 11,22], wo sie den lebendige Thronwagen Gottes bilden - dort sind sie ungeheure Tierwesen mit vier Flügeln und Händen unter den Flügeln und mit vier Gesichtern (Mensch, Löwe, Stier und Adler)
- diese Beschreibung wird in Offb 4,6-8 wieder aufgegriffen
Davidsstern
auch als Magen Davids oder "Schild Davids" bezeichnet.
Früheste Darstellungen finden sich in christlichen und islamischen Traditionen, die sich Zeichen großzügig aus hebräischen Vorlagen borgten. In diesen Quellen hat der Stern auch keine 6
sondern 5 Spitzen und wird nicht mit David sondern mit Salomo, seinem Sohn, in Verbindung gebracht (siehe auch Pentagramm).
Die früheste offizielle Darstellung des Magen Davids als jüdisches Symbol findet sich im 17. Jh. im Emblem der jüdischen Gemeinde in Prag - u dieser Zeit war die Verbindung des "Schilds" mit dem König David bereits gegeben, so daß er als Symbol dienen konnte.
Danach wurde die Darstellung schnell populär: 1655 Wien, und nach der Vertreibung der Juden dort tauchte der Stern bald in vielen Städten Mitteleuropas auf.
Im 19. Jh. wurde der Davidsstern allgemein als Symbol der Juden gewählt, das dem Kreuz der Christen und dem Halbmond der Muslime ebenbürtig war.
Deismus
Glaube, dass Gott wohl das Universum erschaffen hat, sich jedoch nicht mehr darum kümmert und sich dem Menschen auch nicht offenbart
Deutscher Orden
Ritter-Kampforden in den Kreuzzügen ab 1096, bekam danach von Kaiser Friedrich den Auftrag, Ostpreußen und das Baltikum zu missionieren. Daraus entstand ein eigener Staat, der sogenannte Ordensstaat.
Diaspora
(griech.) Zerstreuung ; Bezeichnung für ein Gebiet, in dem Christen oder die Glieder einer Kirche zerstreut leben und eine Minderheit darstellen: z. B. in Deutschland das katholische Oberbayern für die evangelischen Christen Diaspora, während Hamburg dies für Katholiken ist.
Dogma
in AT zunächst: behördliche Verordnung, Edikt
Später bezeichnet Dogma "die göttliche Verordnung des mosaischen Gesetzes" z.B. Kol 1,14
Die Bedeutung der festen Lehrmeinung (aristotelisch-kirchlich) ist erst bei den Apostolischen Vätern belegt.
Bezeichnung für den verbindlichen Glaubenssatz der kath. Kirche
Doktrin
(lat.) Lehre, Überzeugung
Dominikaner
Klosterorden, durch Reform aus den Benediktinern entstanden, spezialisierte sich später auf Ketzer- und Hexenverfolgungen und schreckte auch vor Pogromaufruf nicht zurück
Doxologie
Lobpreis der Herrlichkeit Gottes, z.B. Röm 16,25-27
Dualismus
(lat.) Lehre von der Existenz zweier gegensätzlicher Grundprinzipien - z.B. dass die Wirklichkeit auf den gleich starken, aber entgegengegesetzten Mächten des Guten und des Bösen beruht, so wie es im christlichen Glauben der Fall ist
Ecclesiastes
lateinische Umschrift für den griechischen Begriff für Volksversammlung --> Kohelet
ekklesia
(Neues Testament) heisst wörtlich 'die Herausgerufenen' und wird mit Gemeinde, Versammlung oder Kirche übersetzt
Elohim
allgemeine Gottesbezeichnung im AT; übersetzt: "Gott" aber nicht nur der Juden, sondern auch der Heiden; vergleiche auch "JHWH"
Engel
"angelus" = lateinische Umschrift für das griechische Wort, bedeutet "Bote", für eine ausführliche Beschreibung bitte hier klicken.
Epistel
(griech.-lat.)
- längerer Brief
- Apostelbrief des NT
- vorgeschriebene Lesung aus den Apostelbriefen oder der Apostelgeschichte im Gottesdienst
Eros
selbstbezogene Art der Liebe (im Gegensatz zu agape) = menschliche Liebe
Erz-
Erst- wie in Erzväter (Stammväter von Israel), Erzengel, Erzbischof
Essener
(mit Betonung auf der 2.Silbe!) Asketische Judensekte, sehen sich als Auserwählte der Auserwählten an, als die, die errettet werden. Ihnen wird die Klosteranlage in Qumran am Roten Meer zugerechnet.
Name bedeutet "die Frommen, Heiligen" und sie tauchen das erste Mal unter den Makkabäern auf.
Sie übten persönliche Armut und den Zölibat (Ehelosigkeit), beteiligten sich weder an Handel noch am Kriegsdienst, sondern ernährten sich durch Ackerbau und Handwerk. Ihr Lebensablauf wurde durch rituelle Waschungen, Verehrung des Moses und der Engel, Morgengebet, strenge Sabbateinhaltung bestimmt. Die Anschauungen stimmen stark mit den Ansichten der Pharisäer überein, dazu kamen jedoch (auch dem Judentum gegenüber) fremde Einflüsse, die in einer Geheimlehre zusammenkamen. Diese wurde nur Eingeweihten eröffnet, die eine lange Probezeit im Kloster absolvieren mussten.
Eucharistie
Abendmahl
Exegese
Fasten
Zeitweilige oder völlige Enthaltung von Speise und Trank, hebr. Parallele: die Seele beugen, Selbstdemütigung (Isaias 58,3-5 Ps 35,13) --> siehe auch "Askese"
Franziskaner
Bettelnder Klosterorden, durch Reform aus den Benediktinern entstanden
Geistesgaben
Besondere Manifestationen des Heiligen Geistes, die den einzelnen Gliedern der Kirche zum Wohle aller und vor allem zur Ausbreitung der Kirche verliehen werden. Paulus zählt in 1Kor 12-14 die wichtigsten auf:
- Weisheit (Ergründung und Offenbarung der tiefsten Mysterien)
- Erkenntnis (Befähigung, die gewöhnlichen, notwendigen Wahrheiten des Christentums jedem klarzumachen)
- Glaube (außerordentliche, unerschütterliche Glaubensüberzeugung)
- Heilung
- Gabe, Wunder zu verrichten
- Prophetie (die in das innerste des Herzens eindringt, die Gottes Ratsschlüsse und die Zukunft eröffnet - zur Erbauung, Ermahnung, Trost)
- Unterscheidung der Geister (zur Entlarvung von Lügenpropheten)
- Sprachengabe oder Glossolalie (ekstatisches Reden in unverständlicher oder geheimnisvoller Sprache)
- Auslegung der Sprachen (Erbauung durch Auslegung der Glossolalie)
Glossolalie
Sprachengabe, siehe auch "Geistesgaben"
Gnosis
eine der führenden Ideen in der nachchristlich-hellenistischen Mystik
Sie tritt in 3 Formen auf und orientiert sich an Magie, die übermenschliche Kräfte verschaffen sollte.
halleluja
(hebr.) preiset Jah(we), sehr alter liturgischer Ausruf
Häresie
(griech.) im hellenistischen Zeitalter bedeutete es Lehre oder Schule. Diese Bedeutung hatte es auch noch im NT bei Sadduzäer, Pharisäern und Christen. Während sich der Ausdruck im Judentum noch länger behauptete, entwickelte sich im Christentum schon bald die Bedeutung der von der kirchlichen Lehrmeinung abweichende Meinung, einer Irrlehre.
Harmagedon
siehe Armageddon
Hieronymus
einer der Kirchenväter der westl. Kirche, Übersetzer der Vulgata (lat.), geb. 347, gest. 420 - eine ausführliche Beschreibung findet ihr hier
Himmel
ist Ort der Bestimmung, Aufbruch zu einem großen Fest; hat mehrere Himmel; Zugang nur über Jesus, er ist die Brücke, der Versöhner
Hosianna
Freudiger Zuruf zu Ehren Gottes und/oder des Königs, ursprünglich nach Ps 118,25 Bitte um bleibende Hilfe nach einem Sieg (später an Jesus gerichtet)
Hostie
(lat.) Opfer(tier), das in der kath. und lutherischen Eucharistie- bzw. Abendmahlsfeier verwendete ungesäuerte Weizenbrot; vom 11./12.Jh. an für die Volkskommunion in kleinen dünnen Scheiben (Obladen) gebacken